Pfrundhaus

Das Pfrundhaus wurde früher durch eine Pfründe finanziert. Eine Pfründe war das Geld oder der Besitz, der einem Priester den Lebensunterhalt sicherte. Dazu gehörten zum Beispiel Land, Häuser oder andere Einnahmen. Aus diesen Erträgen konnte der Priester wohnen und arbeiten.
Das Wort Pfründe geht auf das lateinische Wort praebenda zurück. Das bedeutet etwa „Unterhalt“, „Versorgung“ oder „das, was zum Leben bereitgestellt wird“.
Das Gebäude auf dem Kirchenhügel blickt auf rund 500 Jahre Geschichte zurück. Im 15. Jahrhundert war es ein einstöckiges Tätschhaus (traditioneller alpiner Bauernhaustyp). 1555 baute man es zum zweistöckigen Pfarrhaus aus. Anfang des 19. Jahrhunderts erweiterte man das Haus nochmals.
Es diente seit jeher als Wohnhaus für den Pfarrer oder Kaplan, bis 1867 auch für den Sigrist und ab 1806 sogar als erstes eigentliches Schulhaus. Melchior Schnyder unterrichtete dort in einem Zimmer über 80 Kinder. Die Schule wurde sogar als Musterschule bezeichnet.
Mit der Eröffnung des Kirchbühlschulhauses um 1900 verlor es diese Funktion.
1903 verkaufte die Gemeinde Kriens das “Sigristpfrundhaus” an die katholische Kirchgemeinde. 1998 sanierte diese das Gebäude umfassend. Heute beherbergt es Büroräume und zwei Wohnungen.