Hochaltar

Der Hochaltar wurde im Jahr 1687 eingeweiht. Restauriert hat man ihn von 1937-39 sowie 1987. Vermutlich stammt er aus der Werkstatt der Ritz von Selkingen im Wallis – oder von einem Altarbauer, der den Ritz nahestand.
Im Zentrum des Hochaltars schwebt auf einer Wolke die Muttergottes im Strahlenkranz. Ein im Halbrund geschlossener Rahmen fasst sie ein. Dieser Rahmen besteht aus ovalen Gemälden, welche die 15 Rosenkranzgeheimnisse darstellen. Darunter befinden sich knieend der heilige Dominik (links) und die heilige Katharina von Siena (rechts). Gallus (links) und Otmar (rechts) flankieren die Muttergottes.
Die Taube im Hochaltar, direkt oberhalb des heiligen Franziskus, symbolisiert den Heiligen Geist.

Rechts oben im Hochaltar steht die Figur des Niklaus von Flüe, Bruder Klaus (1417–1487). Das ist bemerkenswert. Denn 1687, als der Hochaltar entstand, war er noch nicht heiliggesprochen – das geschah erst 1947. Trotzdem verewigte man ihn dort, neben Antonius von Padua und Franz von Assisi.
Das ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Pfarrer Heimo Amgrund (von 1465-1481 Pfarrer in der Kirche St. Gallus in Kriens und danach 1481-1493 in Stans) ein guter Freund und Berater von Bruder Klaus war.
Pfarrer Amgrund spielte eine Schlüsselrolle beim Stanser Verkommnis von 1481, einem wichtigen Fiedensabkommen der Eidgenossen. Er ging von Stans in den Ranft, holte den Rat von Bruder Klaus ein. Diesen Rat überbrachte er der Tagsatzung und trug damit wesentlich zur Einigung bei.
Die Statue des Bruder Klaus an der Ostfassadeder Galluskirche erinnert daran, dass Bruder Klaus eine grosse Verehrung in der Bevölkerung genoss. Die Figur ist erst in neuerer Zeit angebracht worden.

Der Tabernakel stammt aus dem Jahre 1685. Geweiht hat man ihn 1687. Mehrmals haben Diebe wertvolle Gegenstände vom Hochaltar gestohlen. Deshalb fehlen die Figuren im Tabernakel.
Auf dem Antipendium, dem Altarunterbau, sieht man die Wappen der einflussreichen Luzerner Patrizierfamilien Meyer von Schauensee und Fleckstein.
Die Familie Meyer von Schauensee war seit 1749 Besitzer von Schloss Schauensee und gehörte zu den einflussreichsten Luzerner Patriziergeschlechten. Mitglieder der Familie hatten hohe weltliche und kirchliche Ämter inne. Zwischen Schloss Schauensee und der Galluskirche bestand über Jahrhunderte eine sehr enge Verbindung.
Die Familie Fleckenstein waren keine Grundherren von Kriens. Sie waren führende Ratsfamilien. Meherere Familienmitglieder waren Schultheissen, Landvögte und bedeutende Geldgeber kirchlicher und öffentlicher Bauten.
Es spricht somit dafür, dass der Tabernakel von diesen Familien gestiftet wurde.